Die Fogesa beteiligt sich an der erfolgreichen Wrackexpedition zu SMS Undine

 

 

 

Am 07.11.1915 begleitete der kleine Kreuzer SMS UNDINE zusammen mit einem Torpedoboot das Fährschiff  PREUSSEN auf der gefährdeten Linie Trelleborg – Sassnitz. Ihr Auftrag war es, das Fährschiff vor Attacken der in der Ostsee operierenden Kriegsschiffen der Entente-Mächten zu schützen.

 

Der kleine Kruezer SMS UNDINE

 

Wenige Monate zuvor war es auch britischen U-Booten gelungen, in die Ostsee einzudringen und seither Handelskrieg gegen die Erzschiffahrt zwischen Kiruna und Deutschland zu führen.

 

 

 

Eines dieser Boote war das neue E 19 unter seinem fähigen Kommandanten Francis Cromie DSO, der bereits 7 deutsche  Schiffe vernichtet hatte.

Das britische U-Boot E 19

 

E19 patroullierte im Seegebiet etwa 20 Seemeilen nördlich vor Rügen, als ihm der Geleitzug der PREUSSEN entgegenkam. Cromie griff an und erzielte auf der SMS UNDINE einen Torpedotreffer mittschiffs, der die Maschinenanlage ausfallen lies. Der Wassereinbruch war so stark, dass der Kommandant der SMS UNDINE schnell erkannte, sein Schiff war verloren.

Daher befahl er, dem Torpedoboot, längsseits zu gehen und die Besatzung der SMS UNDINE aufzunehmen. Während der Rettungsaktion griff  E19 ein weiteres Mal an und feuerte einen Torpedo ab, dessen Laufbahn vom Torpedoboot aus erkannt wurde. Mit einem raschen Manöver gelang es dem T-Boot um wenige Meter von der havarierten SMS UNDINE freizukommen. Der Torpedo schlug am Bug ein und brachte das waidwunde Schiff nuun endgültig zum Sinken. Dabei stürzte einer der Masten um und erschlug etliche der nun im Wasser schwimmenden Seeleute. Insgesamt  starben 22 Seeleute. Die PREUSSEN und das T-Boot erreichten wohlbehalten Sassnitz.

 

Das Wrack der SMS UNDINE sank auf 47m Tiefe. 1999 wurde es eher zufällig von Tauchern der schwedischen Kriegsmarine wiedergefunden, als diese ein Manöver in der Gegend durchführten. 

Danach blieb es wieder vergessen. Nicht bei jedem. Der in Berlin lebende Marineoffizier und Marinehistoriker Reinhard Öser recherchierte jahrelang, bis er in britischen, dänischen und schwedischen Archiven auf die notwendigen Informationen zur Auffindung des Wracks stieß. Unter großem Einsatz gelang es ihm, auch den schwedischen Behörden die Wrackposition  zu entlocken.

Daraufhin stellte er eine Expedition von erfahrenen Wracktauchern aus ganz Deutschland zusammen. Insgesamt 30 Tauchen kamen zusammen. Lockte doch die Aussicht, als erste Deutsche nach  88 Jahren das historische Wrack eines kaiserlichen Kriegschiffes zu betauchen.  Auch die Forschungsgesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. in Passau beteiligte sich an dem Unternehmen. Die Taucher Uwe Geißler, Jürgen Kraußer und Heinz Vohl , alles erfahrene Wracktaucher, hatten bereits an zwei Ostseeexpeditionen teilgenommen und ließen sich dieses Schmankerl nicht entgehen.

Am  15.05.2003 lief das Expeditionsschiff ARTUR BECKER aus Greifswald aus. Zum Eingewöhnen wurde zunächst ein polnisches Fährschiff betaucht, welches in den 80ern spektakulär gesunken war. Dann wurde es ernst. Am Morgen des 17. 05. zeigte der Echograph auf der Brücke der ARTUR BECKER einen großen Schatten auf 47m Tiefe. 

Rasch wurde eine Markierungsboje geworfen. Kurze Zeit später waren die Taucher in mehreren Gruppen im Wasser und kämpften sich gegen eine extreme Strömung zum Wrack hinunter. Der Anblick war atemberaubend. Das Schiff ist nach 88 Jahren in noch gut erhaltenem Zustand. Es liegt auf der Backbordseite (für Landratten: links), die Steuerbord- Kasemattgeschütze ragen steil nach  oben. Von den Aufbauten ist im Laufe der Zeit einiges abgerutscht und liegt neben dem Wrack, doch die Brücke und ein Teil der Decksaufbauten sind noch sehr gut zu erkennen.

Postkarte der SMS UNDINE

 

Wer glaubt, Wrackräuber hätten hier ein El Dorado gefunden, dem sei gesagt, dass diese Expedition vorbildlich organisiert war. Das heißt, ein Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalspflege, zugleich Polizist  und  erfahrener Taucher war  mit an Bord, und er prüfte genau, was die Expeditionsteilnehmer am Wrack so alles taten.

Wrackplünderungen waren somit dankenswerterweise ausgeschlossen. Auch die genaue Position  wird nicht veröffentlicht. Die SMS UNDINE wird  nicht als Objekt von Tauchtouristen in der Ostsee zur Verfügung stehen.

 

Die Schiffsschraube der SMS UNDINE in 47m Tiefe

 

 

Taucher mit Mischgasausrüstung steigen an der Bojenleine zum Wrack ab.

Eines der beiden 10,5cm Decksgeschütze

 

 

 

Die 30 Taucher, die an der Expedition teilnahmen