Protokoll 2000

28.10.00 bis 2.11.2000

Zur diesjährigen Herbstfahrt nach Premantura wurden zwei Ziele ins Auge gefasst:

Tauchgänge zur Stella Polare, welche wir schon 1997 erstmalig betaucht aber nicht gefilmt und somit nur unzureichend dokumentiert hatten und

die Suche nach einem Unterseeboot, welches in den Tiefen vor der SO-Spitze vor Istrien zu finden sein soll.

Doch um es gleich vorab zu erwähnen muß gesagt werden, daß die Wetterumstände in Folge des Jugos dies nicht zuließen.

Ersatzweise wurde deshalb der Zerstörer „Cesare Rossarol“, der 1999 schon ergiebig dokumentiert wurde, betaucht, welcher sich aber diesmal infolge von Sichtweiten um die 30 Meter diesmal in ganzer Pracht unseren Augen enthüllte. Die schlanke, schnittige Rumpfform läßt das Herz eines jeden Wracktauchers höherschlagen.

Auch ging ersatzweise wieder eine Tauchfahrt zu „Maria“, einem Frachtschiff von ca. 80 m Länge, dessen „Markenzeichen“ der steil aufragende Bug zu sein scheint und dessen Geschichte uns noch weiter fordern wird, die Untergangshintergründe herauszufinden.

Erste Teilerfolge konnten hierbei schon verzeichnet werden.

Bedingt durch die schwere See mußten zudem Ersatzaktivitäten auf „Landgang“ geplant werden wie z.B. der Marinefriedhof zu Pula, den wir schon letztes Jahr besuchten der aber uns immer wieder Zeit des Innehaltens gebietet.

Um unsere Kenntnisse bezüglich der Landbefestigungen und der strategischen Bedeutung Pulas zu vertiefen haben wir uns vorgenommen, die K&K-Befestigungen,

 

Zitadellen und Forts von Pula zu besichtigen wo wir erschreckenderweise feststellen mußten, daß diese zum Teil von Privatfirmen in Beschlag genommen und zweckentfremdet wurden. Man sollte diese doch besser in Museen umwandeln und somit der Öffentlichkeit zugänglich machen um somit den historischen Durst zu stillen, der zunehmend vorhält.

Außerdem wurde an stürmischen Tagen die Unterwassersonde für die U-Boot-Suche klargemacht, die uns den von uns ersehnten (Teil-)Erfolg bescheren sollte.

Leider stellte sich heraus, daß bedingt durch die Witterung sich eine Nebel/Schlierenschicht

gebildet hatte, die ab einer Tiefe von ca. 40m bis zum Grund auf  über 50m zu Sichtweiten von weniger als 3m führte. Diese starke Sichteinschränkung war uns schon bei einem Tauchgang zum sogenannten „Flaschenwrack“, einem ca. 15 x 5 m großen Flaschenhaufen neueren Datums aufgefallen, in der der voraustauchende Tauchpartner sich in einem unbemerkten Moment in die Unendlichkeit des Meeres zu verlieren schien.

Als kleines „Trostpflaster“ zum Schluß hatten wir noch zwei wunderschöne Tauchgänge unweit der Küste bei einem historisch eher unbedeutenden, namenlosen Frachtschiff, der aber durch phantastische Sichtweiten und gute Übersichtlichkeit überraschte, wenn man auf Grund die Schlierenschicht außer Acht ließ und sich in den „oberen Etagen“ aufhielt.  

Abschließend kann gesagt werden, daß das Wetter uns diesmal einen gehörigen Strich durch unsere Planungen gemacht hat, uns aber auf Dauer nicht davon abhalten kann, mit dem gleichen Elan unsere Vorhaben im Jahr 2001 weiterzuverfolgen.

 

R.K.