Kenntafel 1944

Zweck:
T
yp und Name eines gesichteten Schiffes schnell festzustellen.
Verständnis für die Schiffstypenkunde zu wecken.



Aufbau:
Grobansprache: Schornsteinzahl, Verteilung der Schornsteine und Masten.
Feinansprache:

1. Art der Bemastung


1.Stengenmast 2.Röhrenmast 3.Dreibeinmast 4.Gittermast 5.Turmbrücke

2.Schiffskörper und Aufbauten (durchgehendes oder abgesetztes Deck, Flugzeugschuppen, Achterschiffaufbau auf Zerstörern usw.)

3. Art der Schornsteine (Dicke, Kappen), Fall der Schornsteine und Masten.
Zur Beachtung: Bei schrägem Blickwinkel verschmelzen die Schornsteine leicht mit den Aufbauten.

4. Bugformen:

1. Rammbug 2.Steilbug 3.Schrägbug 4. Sichelbug


Frachtschiff (Alles - Frachter)


Maschine mittschiffs:


1-2) Maschine liegt immer mittschiffs, d. h. im mittleren
4-6) Schiffsdrittel. Reichliches Ladegeschirr.
10) Für Langholz - Decksladung stehen Masten u. Ladepfosten in der typischen Aufstellung
für sperrige Guter an den Enden der Frachtdecks.
4)Tankschiff im Aussehen des normalen Alles - Frachters.
Passagierschiff ist erkennbar am Vorhandensein hoher und langer Aufbauten (Promenadendecks),
zahlreicher Boote und Lüfter.
3)Kleiner Typ: Ältere, meist ohne Back. Fähr- (britische u. franz. cross-clannel-ships),
und sonstige Verkehrsschiffe.
9) Großer Typ: Auffällig durch die Größe von Schiff und Aufbauten.
Gemischttyp. Dem Passagierschiff recht ähnlich, jedoch mit stärkerem Ladegeschirr und
erkennbaren Luken - Lücken.
Kühlschiff ähnelt meist dem größeren Frachtschiff, dagegen seltener dem Passagierschiff.
Fruchtschiff (Bananendampfer) gleicht dem Frachtschiff bei jachtmäßiger Formgebung:
kleine Luken - Lücken und dadurch einheitlich
wirkende Aufbauten.

Maschine achtern:
Tankschiff. Unverkennbar typisch die von der Back zur Pupp reichende Laufbrücke,
welche vor der Brücke (oder ganz) nur wenigen fehlt 7-8).
Küstentankschiff trägt statt Laufbrücke ebensohohen schmalen Längsaufbau (Trunkdeck)
von Back bis Pupp (Hauptspant Turmdeck ähnlich).
Walfang - Mutterschiff (Walkocherei) - von den dazu umgebauten Schiffen abgesehen -
fällt durch hohen Freibord(im Gegensatz zu Tankschiffen)
und durch besondere Aufbauten und Ladegeschirre auf, Brücke meist ganz vorn.
Frachtschiff als Spezialfrachter.
11) Küstenfrachtschiff trägt die Brücke meist direkt vor dem Schornstein,
bei wachsender Größe (um 1000 BRT) auch nahe der Schiffsmitte.
Kohlenschiff (collier) ähnelt dem Küstenfrachter
durchaus bei geringerem oder fehlendem Ladegeschirr.
Es hat fast immer erhöhtes Quarterdeck.
Erzschiff gleicht dem Normaltanker, jedoch fehlt die Laufbrücke,
wogegen zahlreiches
Ladegeschirr (zum Lukendeckel versetzen USW.) sichtbar ist.
Fischdampfer zeigt meist verschiedene nationale
12)Merkmale bei etwa gleicher Raumanordnung.


Erklärungen :


Die Kennskizzen sind im Maßstab 1:5ooo gehalten; das entspricht ungefähr einem
Augenabstand von 2000 M.


Schiffsraum - Schiffsgewicht Raumrechnung in RT @ 2,83 cbm

Brutto - Register - Tons (BRT) gesamter Vermessungsraum des Schiffs.
Netto - Register - Tons(NRT) abgabenpflichtiger Vermessungsraum des Schiffs.
Laderaum:wahrer, tatsächlich nutzbarer größter Laderaum bei feinkörniger Schüttladung
(grain capacity): 1 RT @ 100 cbf.

Gewichtsrechnung in ts = 1016 kg

Ladefähigkeit: vermessungsmäßig größte Nutzlast (loading. .., cargo carrying capacity)
bei Frachtern stets für schweres Ladegut (z. B. schwerer als Kohle),
bei Tankern stets für schweres Öl (Roh - Petroleum) bzw. Wasser unter Anrechnung von
2 v. H. Expansionsabzügen.

Für leichteres Ladegut errechnet sich die Ladefähigkeit als Produkt aus:
Laderaum und spez.Gewicht bezogen auf 1 Laderaum - RT des betr.Ladegutes:

Eine Laderaumtonne wiegt:
Baumwolle 0 6-1,2 ts, 1 Koks1,2 ts, 1 Getreide 1,8-2,0 ts, 1 Kohle 2,5 ts,
Fleisch 0,8-1,0 ts, Butter, Bier 1,8 ts, Zucker 2,0 ts, Eisenerz9,4 ts,

Tragfähigkeit: vermessungsmäßig größte Tragfähigkeit (deadweight). Sie ist die Summe aus
Ladefähigkeit und normalem Bunkervorrat (permanent bunker (fuel) capacity).
Der Bunkervorrat einschließlich der ständig dazu benutzten Doppelbodenzellen
sowie der Bereitschafts- (Sattel- u. ä.) Bunker, jedoch ohne Reservezellen,
beträgt bei normalem Schiff auf normaler Route (Atlantikfahrt) bei
normalen Reiseverhältnissen 8-12 v. H. der Nutzlast - Ladefähigkeit.

Wasserverdrängung: Das Gewicht des gesamten Schiffs, voll beladen, also wie folgt:
Schiffskörper und Aufbauten, gesamte Maschinerie und Zubehör einschl. Kühlanlage, ferner
Besatzung und Vorräte, Bunkerinhalt sowie Ladung.
Für jedes Handelsschiff werden die Größen für von den staatlichen Registerbehörden genau vermessen
und festgelegt.Die genaue Beachtung der Höchstgrenzen wird durch die strenge Hafenkontrolle der
Freibordmarke - deutlich sichtbar an jedem Schiffsrumpf aufgemalt - gegebenenfalls durch Strafen erzwungen.
Für Kriegszeiten werden geringe Überschreitungen bis höchstens 1 0% zugelassen.

Kennskizzen


Weyer 1944