
Vorrangiges Ziel der Wracktaucherei ist das Auffinden versunkener Schiffe und deren genaue Ansprache.
Wracktauchen - so wie wir es verstehen - ist darum weit mehr als das Betauchen x-beliebiger versunkener Schiffe, so wie es von vielen Tauchbasen und Reiseveranstaltern als PAY-AND-DIVE-Event angeboten wird.
Für uns ist Wracktauchen, wie auch die Unterwasserarchäologie, in erster Linie eine Betätigung im Rahmen der Geschichtswissenschaften und erst an zweiter Stelle eine tauch-sportliche Disziplin.
In kleinen Arbeitsgruppen betauchen wir auch "bekannte" Wracks um diese auf die Richtigkeit ihrer namentlichen Ansprache hin zu überprüfen. Nicht selten mit dem Ergebnis, daß es sich bei dem betauchten Schiff gar nicht um das Schiff mit dem entsprechenden Namen handeln kann!
Anspruchsvoller ist natürlich die Suche nach dem Verbleib verschollener Schiffe. Hier beginnt die Arbeit, lange bevor sich der erste Taucher in die Fluten stürzt, in der Welt staubiger Archive und trockener Quellen.
Natürlich kommt auch der taucherische Aspekt nicht zu kurz. Hier wartet die Wracktaucherei mit vielen technischen und organisatorischen Herausforderungen auf, wie wir sie anderswo in der Sporttaucherei kaum finden.
Die Schiffe liegen meist in Tiefen, die nicht mehr so ohne weiteres beataucht werden können. N2-Sättigung und die Gefahr des Tiefenrausches zwingen zu äußerst überlegtem und verantwortungsvollem Vorgehen. Auch bergen die Wracks selbst eine Vielzahl von Gefahren - angefangen von freitreibenden Netzen und Leinen bis hin zu mitunter aggressiven Bewohnern.
Hier wird vom Taucher mehr erwartet als nur zu tauchen. Er muß in der Lage sein im Rahmen seines Tauchganges vorgegebene Fragen zu beantworten und bestimmte Aufgaben auszuführen ohne hierbei den alles überlagernden Aspekt der Sicherheit für sich und seine Kameraden zu vernachlässigen.