Diesmal sollte eine größere Teilnehmerzahl erreicht werden. Daher ging die FOGESA an die örtliche Presse um auf die Expedition aufmerksam zu machen. Einem guten Artikel mit Titelseite und einem Fernsehinterview im regionalen Fernsehen folgend meldeten sich dann auch einige Personen, deren Interesse dann aber zum Zeitpunkt der Fahrt stark nachließ und die Abmeldungen in der letzten Woche vor der Fahrt ihren Höhepunkt erreichten. Auch aus den Reihen der FOGESA selbst wurde kein großes Team gebildet, vielmehr waren es erneut nur drei Taucher, die letztlich auf die Suche nach dem Wrack gingen.
Ergebnis
der Expedition vom 27.10. – 03.11.01
Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl der Expedition verzögerte
sich das Eintreffen des Teams um einige Tage. Richard Kühberger war als erster
vor Ort und übernahm die Recherchen. Im Laufe des vergangenen Jahres hatte Bato
Vitez inzwischen einiges über die MEDUSA und ihren Verbleib herausfinden können.
Seine guten Kontakte zur Marine und Behörden hatten Früchte getragen. So
erbrachten seine Nachforschungen folgendes Bild:
Tatsächlich scheint die ursprüngliche Untergangsstelle der MEDUSA bei Plic Albanez zu liegen, die Aussagen einiger alter Fischer, die sich an den Vorgang gut erinnern konnten, scheinen dies zu bestätigen. Die von der THORN abgefeuerten Torpedos trafen östlich der Halbinsel Premantura auf die Felseninseln Fenera und Fenoglia. Einer soll sogar im Bereich der Bucht von Medulin gefunden worden sein. Auch die Literaturangabe (Bendert) und der alte Zwangsweg zwischen Albanez und Porer hindurch hätte somit seine Bestätigung gefunden.
Und nun wird es interessant: Im Jahre 1948 soll die yug. Kriegsmarine versucht haben, das Wrack zu heben und in den Hafen von Pula zu schleppen. Welche Absichten damit verbunden waren, konnte nicht eruiert werden. Immerhin war es in den Jahren nach dem Kriege durchaus gängige Praxis, Kriegsgerät zu bergen und zu nutzen. ( In diesem Zusammenhang sei die Bergung des ex-ital. U-Boots NAUTILO erwähnt, welches nach 1943 von der dt. Kriegsmarine als UIT 19 in Dienst gestellt worden war. Nach dessen Versenkung durch eine Fliegerbombe lag das Wrack bis 1947 vor Pula und wurde von der yug. Kriegsmarine gehoben, repariert und ab 1949 als SAVA in Dienst gestellt, den sie bis in die 60er Jahre versah.)
Vielleicht hoffte man, mit der MEDUSA ähnlich vorgehen zu können, wogegen allerdings das fortgeschrittene Alter einerseits und die durch den Torpedotreffer doch sehr starke Zerstörung der Rumpfstruktur andererseits spräche.
Wie auch immer, es gab Zeugenaussagen, die sowohl die
Bergung, als auch das Abschleppen nach Pula bestätigten. Und auch eine weitere
interessante Information kam zu Tage: Kurz vor der Hafeneinfahrt nach Pula habe
dann an Bord des geschleppten Wracks eine Explosion stattgefunden, die das
sofortige Absinken der Medusa auf ihren heutigen Standort hatte.
In der Unterwasserhinderniskarte der Schleppnetzfischer vor
Pula gibt es einige markante Objekte, die daraufhin das Interesse von Bato Vitez
erregten. Und schon der erste Tauchgang, den Bato Vitez und Richard Kühberger
am Montag, den 29.10.2001 machten, brachte den überraschenden Erfolg. Man war
auf ein U-Bootwrack gestoßen, welches in drei Teile zerbochen auf 38,5 Metern
Tiefe lag. Die Turmreste waren von Netzen verhangen und die Rumpfstruktur an
vielen Stellen aufgebrochen. Der Maschinenraum lag frei und an mehreren Stellen
konnte man die Bauweise nachvollziehen. Das Tauchteam (J. Kraußer und Heinz
Vohl) unternahm in den folgenden Tagen einige sehr intensive und
tauchtechnisch an der Grenze des Presslufttauchens Machbaren liegende Tauchgänge. In der Folge wurden Netze entfernt, Messungen vorgenommen, Kamerasondierungen im Wrackinnernen und Kaliberbestimmungen von reichlich herumliegender Artilleriemunition durchgeführt. Insbesondere die Suche nach einem Evidenzstück nahm einen großen Raum bei diesen Tauchgängen ein, führte aber leider zu keinem greifbaren Erfolg. Nachvollzogen werden konnten die Bergungs- und Schleppaktionen, von denen noch große Mengen an Stahltrossen und in den Rumpf geschweißten Durchlässen erkennbar waren.
Die
Ergebnisse im Einzelnen:
Fürsteneck, 06.11.2001
Heinz P. Vohl